Schulhund

Link zum Zeitungsartikel der Grafschafter Nachrichten vom 24.01.17

Ein ganz normaler Schultag. Lisa sitzt an ihrem Tisch und macht ihre Aufgaben. Doch plötzlich, eine kalte Nase an ihrer Hand? „Was macht Frau Lehker da?“ denkt sich Lisa, schaut hoch und sieht Pina. Und da hört es schon auf normal zu sein. Denn Pina ist seit diesem Schuljahr eine feste „Lehrkraft“ in der Evangelischen Grundschule und „Lieblingslehrer“ der Schüler. Sie ist eine 10 Monate alte Labrador – Mischlingshündin und begleitet Frau L. an zwei Tagen mit in den Unterricht.

Wenn Pina dabei ist, ist es für viele Schüler der schönste Tag der Schulwoche. Auf die Frage, warum das so ist, antworten die Kinder wie aus der Pistole: „Pina ist lieb, witzig, man kann mit ihr kuscheln, sie ist frech, süß und weich. Und wir mögen ihren Hunde-Boogie“. Damit ist Pinas Wackeln mit ihrer Rute gemeint wenn sie sich freut. Es dauerte also nicht lange, bis sie sowohl von den Kindern, als auch den Lehrern ins Herz geschlossen wurde.

Dies liegt vor allem auch daran, dass Hunde für den Einsatz in Schulklassen besonders gut geeignet sind. Nicht nur unsere Beobachtungen, sondern auch diverse Studien beweisen es zweifelsfrei. Die sozialen Tiere sind geduldig, vorurteilsfrei und sehr kontaktfreudig. Pina hat oft ein besonderes Gespür für die Sorgen und Ängste der Schüler und nimmt verstärkt mit diesen Kindern Kontakt auf. Pina ist es egal, welche Noten die Kinder haben, ihr ist es egal, wie ein Kind aussieht oder wo es herkommt. Und ihr ist es auch egal, ob die Kinder ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie nimmt die Kinder so wie sie sind und wünscht sich lediglich, dass sie gut mit ihr umgehen. Seit Beginn des Schuljahres konnte Frau Lehker nach Aussage der Rektorin Inge Hansmann schon einige Veränderungen bei ihren Schülern feststellen. Hyperaktive Kinder werden ruhiger, Stresssymptome werden abgebaut und zurückhaltende Schüler lernen in dem vertrauensvollen Umgang mit dem Hund, mehr aus sich heraus zu gehen. Schüler, die vorher keinen Kontakt zu Hunden hatten, verlieren ihre Ängste und stärken ihr Selbstvertrauen. Selbst in dieser kurzen Zeit, in der Pina den Unterricht begleitet, hat sich die Lernatmosphäre schon deutlich verbessert und aufgelockert.

Auch den Bereich der Sorgfalt und Ordnung (jetzt können die Eltern ihre Ohren spitzen) beeinflusst ein Schulhund positiv, da offene Schultaschen, Müll im Klassenzimmer oder Essenreste gefährlich für einen Hund sein können und somit vermieden werden müssen. Diese Verantwortung nehmen die Kinder sehr ernst und fegen oftmals morgens noch vor Unterrichtsbeginn nochmals durch den Klassenraum oder füllen Pinas Napf mit frischem Wasser.

Damit auch möglichst viele Schüler das Angebot des Schulhundes wahrnehmen können, wird Pinas Einsatz in den 2. Klassen zum Thema Haustiere fest als Projekt im Schulprogramm installiert und im Ganztagsangebot findet zum neuen Schulhalbjahr eine Hunde-AG statt.


Wer Pina mal persönlich kennenlernen will, ist gerne mit einem Leckerli willkommen und wird mit einem Hunde-Boogie begrüßt.